46 gesellschaftskritische Gedichte




Verdrehte Welt Neu


Wenn alles Unnormale zur
Normalität erklärt und gelebt wird,
dann hat der Ungeist
zielgerichtet
die Welt erobert,
Frevelhafte,
schändliche Verführer
auf seiner Seite.



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Fremdsein Neu


(Wortspielereien)

Fremdheit berührt Menschen,
da das Leben in fremden Welten durch
Fremdartigkeiten verunsichert wird,
Befremdungen so den Alltag prägen,
Fremdsein nicht erleichtert,
doch
wenn Fremde sich willig eingliedern,
fremden Kulturen ihre Zuneigung schenken
und Fremdsprachlichkeit durch Erlernen
der fremden Sprache ausräumt,
kann das die Fremden einen,
fremdenfeindliches Verhalten nehmen,
das fremde Gefühl ins Positive wandeln
und zu einem
nicht mehr fremden Miteinander lenken.

In dieser befremdlichen Welt
kann jeder plötzlich zum Fremden werden.


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Hohes Treffen Neu


An einem Ort versammelt
sind Höchste dieser Welt,
benennen Sorgen, Nöte,
äußern sich übers Geld.

Sie reichen sich die Hände,
lächeln im Vorübergehn,
weilen an runden Tischen,
in Gruppen auch zu sehn.

Lösungen gibt es keine,
so hat's die Zeit gezeigt,
alles ist unvollkommen,
Böses triumphiert und schweigt.


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Machtgierige Neu


Bei denen,
die Macht erleben,
lauert die Gier schon im Versteck,
gibt dem Machtsüchtigen ein Zeichen,
dass sie den Hunger nach Macht stillen
und Egos mit manischer Gier sättigen kann,
in dem gierigen Bestreben,
dass Mächtige,
die nach weiterer Macht fiebern,
sich von lustvoller Gier verleiten lassen,
um ihre angestrebten Machtgelüste
mit Girlanden der Gier
zu schönen.



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Bleibende Tatsachen Neu


Sind Tatsachen
dann keine Tatsachen mehr,
nur weil man sie einfach wegdenkt,
beschönigt, verharmlost, widerspricht, aussitzt,
belächelt, verschweigt, glättet, herunterspielt,
bemäntelt, verteidigt, abwinkt und bestreitet?

Tatsachen sind bleibend,
weil Tatsächlichkeiten ausgeübt wurden,
so Grundwahrheiten unbestreitbar
die Gewissheit bestärken!


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Ohnmacht


Strebsam scheinen die Mächtigen,
nebelhaft all ihr Treiben,
Küsschen hier und auch Küsschen dort,
es gibt stets was zu schreiben.

Ungestüm ist ihr Tatendrang,
die Reden sehr geschwollen,
bestimmen voller Eigenmacht,
was Völker gar nicht wollen.

So mischt sich schnell die ganze Welt,
Sorgen werden riesengroß,
chaotisch so der Mächt' gen Tun.
Was ist mit der Zeit nur los?


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Schlafmüde Verhandlungen


Sie sitzen in Erwartung
am langen großen Tisch,
lächeln noch sehr vergnüglich,
oft verlegen schelmisch.

Sie reden miteinander,
streiten für ihre Gunst,
essen, trinken zur Stärkung,
heran naht Abenddunst.

Sie feilschen, restrukturieren,
tippen in Handys ein,
müde werden die Augen,
Reporter schlafen schon ein.

Sie dehnen ihre Glieder,
es zeigt die Uhr auf Nacht,
verkünden dann am Morgen,
Verhandlung ist vollbracht.

Warum, fragt sich manch' Bürger,
muss alles schnell stets gehn,
sie schlaftrunken regieren,
das kann keiner verstehn!


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Zeit der Gipfel


Euro-Gipfel 2015

Wieder, immer wieder gipfeln
herrschende Gipfelteilnehmer
in Nebengipfeln, Sondergipfeln,
vertagen Gipfelfristen,
reden auf Gipfelnde ein,
die Gipfelspitzen zu stärken,
da der Gipfelpunkt erreicht sei,
wo Gipfellösungen noch möglich sind
und einberufene Gipfelrunden
neue Notwendigkeiten zum Gipfeln kaum noch sehen,
da chaotisches Geschehen die Gipfeltreffen belasten
und Völker den Gipfelliebhabern zurufen,
dass bei spektakulären Gipfeln die Lüge mit am Tisch sitzt,
so Gipfelvereinbarungen im Sand verlaufen,
wieder und immer wieder.


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Schatten sind alle gleich


Würden Menschen
mit verschiedenen Hautfarben
zusammen den Sonnenuntergang
eines weiten Meeres betrachten,
dann hätten ihre Schatten
alle die gleiche Farbe.

Würden Menschen
ihren Geist dazu erziehen,
der Gleichheit Ehre zu erweisen,
dann hätte Hass keine Chance
seinen Trieben zu folgen,
Leben wäre friedlicher.



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Krieg – nein, danke!


Siegen, siegen und nochmals siegen!
So wird es auf Papier geschrieben,
die Parole der herrschenden Macht,
auf Eigenwohl immerfort bedacht.

Voran all ihr Jungen und Knaben,
wir werden die Feinde bald haben,
verlasst Vater, Mutter, Frau und Kind,
hurra, hurra, der Krieg jetzt beginnt!

So will es die herrschende Klasse!
Verführt das Volk zum Hasse!

Gehorcht dem Kommando, Befehle,
und niemand sich feige wegstehle,
zur Mehrung gewaltiger Horden,
kriegslüstern und grausam Morden!

Zerstört das Land, macht es zu Asche,
mit Gewehr und Patronentasche,
werft die Bomben, lagert in Gräben
euer unreifes junges Leben!

So will es die herrschende Klasse!
Verführt das Volk zum Hasse!

Aber hast du dich jemals schon gefragt,
bist doch noch jung und auch so begabt:
Warum gibt es denn all die Kriege?
Warum im Dreck ich dafür liege?

Es liegt nun an dir - du junger Mann,
geh' einfach nicht hin, fang nicht mit an,
höre auf's Gewissen, bleib zuhaus,
zieh' nicht mit denen ins Feld hinaus!

Sag' einfach deutlich: „Krieg - nein, danke!“


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UN – Umweltgipfel New York 2014


Aufmerksam lauschen in großer Runde
Herrschende dieser Welt den Aussagen vieler,
prangern bedrohliche Auswüchse und den
besorgniserregenden Umweltfrevel an, wissend,
dass solche Gipfeltreffen kaum etwas bewirken können,
es gab schon so viele.

Wer kann die Staaten in die Pflicht nehmen,
wenn doch jeder selbst an dem Problem beteiligt ist?
Wer kann die weltweite Verschmutzung stoppen?

Der Globus seufzt und stöhnt,
mit ihm beunruhigte warnende Menschen,
die mittendrin leben müssen,
keinen Ausweg aus der Misere sehen.

So gipfelt es weiter,
immer weiter.


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Geist der Zeit


Ideenreich geistert Unsichtbares
durch Geschehnisse der Zeit,
löscht Vorhandenes,
erdenkt Neues,
nagt an sinnvollem Wissen,
erobert zielgerichtet die Sinne,
verwässert göttliche Weisheit,
berührt zweifelnde Gefühle,
stößt Erfahrungen ins Nichts,
erhebt Absonderliches zu Normalem,
entzweit das Gewissen,
lockert Gesetzliches,
erhebt sich ungestüm in den Alltag,
folgt freudig seiner Macht über Generationen,

die den unbeständigen Zeitgeist lieben,
ihn glühend verteidigen,

Kritiker mit Argwohn betrachten.


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Grenzenlos


Eine grenzenlose Erde würde sicherlich
bei so vielen grenzenlose Freude auslösen,
doch
verursachen die von Menschen gemachten Grenzen
gleichzeitig Gefahrenzonen im Grenzbereich,
weil aus grenzenlosem Machtbestreben heraus
willkürliche Grenzlinien gezogen werden,
mit grenznahen Mauern und Stacheldraht,
an denen Grenzbeamte dafür sorgen müssen,
dass eine Grenzüberschreitung ohne die
gesetzliche Grenzkontrolle nicht erfolgen darf,
da fluchtbereite Grenzgänger die Chance
durch den Grenzstreifen nutzen würden,
in die sogenannte grenzenlose Freiheit zu gelangen,
hinter die bedrohlichen Grenzanlagen,
vorbei an sichtbaren Grenzsteinen
einer anderen Landesgrenze,

da es aber
eine grenzenlose Welt nicht gibt,
bleibt der Wunsch danach unbegrenzt bestehen.



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Lichtgestalten


Gestalten, die sich
als lichtdurchflutete Gestalten gestalten
verblenden so Lichtbegeisterte,
die die Kunstgestalter nicht durchschauen
und im rechten Licht sehen können,
weil diese lichtbesessenen Gestalten
ihr Ansehen aufwendig raffiniert gestalten,
sodass ihre lichtlosen Schattenseiten
nicht ins Rampenlicht rücken,
sie dann als zwielichtige Gestalten
in Erscheinung treten würden,
was mit ihrem Gestaltungsdrang zum Licht
nicht sonderlich verträglich wäre.


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Schnelligkeit


Schneller, immer schneller sein zu wollen
befeuert die Ekstase, als Schnellster zu gelten,
das Fieber des Schnellen erneut zu erleben,
der Welt den schnellsten Sieg zu präsentieren,
das Treppchen vom Schnellsten zu besteigen,
als Schnellster in die Geschichte einzugehen,
und immer wieder noch schneller zu werden,
um den Rausch von Schnelle zu erhalten.

Ist Schnelligkeit aber alles im Leben?



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Gedanken aus dem Volk


Blasse trostlose Worte
klappern wie Windmühlenflügel
durchs Geschehen verwirrter Zeit,
versuchen den Schein des Machbaren
durch wirksame Reden zu festigen,
damit das Volk den Täuschungen
Glauben schenkt,
doch
Benachteiligte sehen deutlich,
wenn Unrecht zu blühen anfängt,
Sicherheiten laufend schwinden,
Lebenswege ins Ungewisse tauchen,
Hüllen der Lügen zu Boden sinken,
freiheitliches Denken begrenzt wird
und dem Dasein den Atem nimmt,
dann
haben Mächte ihren Stand verloren,
Massen ihren Anfang.



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Lippenbekenntnisse


Mit kriegerischen Worten
posaunen Lippen Frieden in die Welt,

während
Waffen Leben löschen und
das Leid der Erde mehren,
der Schwindel bis zum Himmel steigt,
unersättliche Gier weiter blüht,
Bäume sich in Särge wandeln,
Todesschergen grausam niedermetzeln,
Frauen und Kinder vergewaltigen,
Autobomben explodieren,
Unschuldige ermordet werden,

des Bösen Hände Leichen umklammern,
Totengesänge erklingen,
Fäden des Wahns Völker durchziehen,
Soldaten fürs Vaterland fallen,
Familien Traumatisches erleben,
Kriegsgelüste kein Ende nehmen,
und
Eroberer sich als Friedensengel rühmen,
werden solche Lippenbekenntnisse
nicht zum Frieden beitragen,
Kriege weiter üppig wuchern.


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Ziele der Unvernunft


Schaurig sind der Welten Ziele,
Unvernunft geht stolz voran,
fest am Rücken blinken Lichter,
ziehen Massen in den Bann.

Die den Menschen sollen sagen,
folgt mir weiter hinterdrein,
tretet fest in meine Spuren,
das wird euch zum Glücke sein.

So trumpft das Un vor der Vernunft,
hat daher ein leichtes Spiel,
täuscht alle auf dem Erdenrund,
der Unvernunft stetes Ziel.


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Es lodert


Es glimmt die Zeit,
Schwaden wirbeln turbulent,
rußen durch die Tage,
schleierhaft wird alles Tun.

Führende stochern hilflos in den Gluten,
heiße Funken sprühen
zischend ins Desaster,
erlöschen zu grauer Asche.

Welcher Geist
kann die Schadenfeuer beenden?


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Scheinheiligkeit


Zu Wind
können Worte werden,
wenn sie nicht im Menschen wohnen,
sondern
in der Tiefe der Seele
Falschheit und Trug
das Regiment führen.


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Wankendes Leben


Hörbar
seufzt die Zeit

gerufene Geister
tollen umher
gebären ständigen Hass
dessen Keime in Üppigkeiten schwelgen
das Leben in seinen Grundfesten
zum Wanken bringen

sich aus dunklen Kerkern
Unversöhnlichkeit emporhangelt
Denkende in die Irre stößt
verstümmelte Werte ins Licht setzt
Trümpfe gieriger Bestrebungen
zu Pyramiden werden
Luftschlösser ins Endlose ranken
und Wirklichkeiten ersticken

Rufe nach Frieden
im Hexenkessel verhallen.



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Ruhm


Was ist Ruhm?

Ist er nicht
wie Farbenglanz
des Regenbogens,
der für Augenblicke
eine Wirklichkeit schafft,
das sehnende Herz aber
nicht zu satten Auen führen kann,
die bleibend erquicken,

sondern
mit leeren Spielereien in
eine Traumwelt taucht,
kurzlebig und schön
das Dasein schmückt?

Ruhm,
vergänglich
in seinem Wesen,
wie steingeworfene Ringe
auf der Wasseroberfläche,
die im Nichts verschwinden.


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Unwahres bleibt unwahr


Warum soll ich denen folgen,
die am lautesten schrei'n,
das Unwahre wiederholen
in einhämmernder, beständiger Weise?

Warum soll ich denen folgen,
warum?
Das Unwahre wird durch Wiederholungen
nicht richtiger,
oder sogar richtig!
Solch eine Metamorphose
gibt es nicht im irdischen Bereich.

Warum soll ich denen folgen,
warum?


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Gottes Weg ist anders!


Nicht alles ist gut,
was Menschen zu tun pflegen,

eigener Wille
kann täuschen,
Gefahren verkennen,
Erfahrungswerte beiseite schieben,
der Sinnlosigkeit folgen,
verführten Massen glauben,
gute Eigenschaften verhöhnen,
der Lieblosigkeit die Hand reichen,
Gutes unbegründet hassen,
Förderliches verwerfen,
Ausschweifungen begehren,
trügerischen Glückseligkeiten nachjagen,
falschen Wegen den Vorrang geben,
sein Ego auf den Sockel heben,

aber all das
ist nicht Gottes Weg.


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Verschiedenheiten


Sinnen Menschen in gleicher Weise
hat die Einheit ein leichtes Spiel,
werden Meinungen aber viele,
trennt es Gemüter ohne Ziel.




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Arbeitslos


In Arbeitsämter strömen
Menschen aller Art,
hörbar manches Stöhnen,
denn arbeitslos ist hart.

Die Alten haben ihr Alter,
die Jungen keine Wahl,
zweifelnd notieren Verwalter,
das Suchen wird zur Qual.

Bedrückte Gesichter, Herzen,
die Hoffnung schmilzt dahin,
den Magen plagen Schmerzen,
verlorene Würde und Sinn.


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Wichtigkeit


Wichtig nimmt sich
die Wichtigkeit,
weil sie es für
wichtig hält,
dass Wichtiges
von anderen Wichtigen
für wichtig gehalten wird,
und so die Wichtigkeiten
im Leben der Wichtigen
einen wichtigen Platz
einnehmen können.


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Des Falschen Ziel


Beständig und fest
hält das Falsche
Erworbenes
in seiner Bahn

dehnt es
wie ein Gummiband
in konturlose Weiten
blendet sonnenhell
andere Sichten

taucht in Wassern
des Unklaren
des Unberechenbaren
des Widersprüchlichen
begegnet Streitbarem
verfängt sich in Tüchern
zeitlichen Geistes

erklärt sich
im Schmuck vieler Worte
ersinnt Gefälliges
erweicht Wertvolles
belagert verdunkelte Sinne
erobert im Überschwang
das Törichte der Welt

zielt auf Leben
der Verblendeten.



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Weg der Masse


Im Treiben der Menschen
treibe auch ich und
erlebe das Leben
erfrage den Sinn
erkunde die Massen
hinter den Fassaden

erkenne mit Bestürzung

scheinbares Glück
bezahlte kurzlebige Zufriedenheit
suchthaftes Verhalten nach mehr
gefallene Mächte und Größen
Leiden von Unschuldigen
Qualen des Sterbens
Wirren der Kriege
ohnmächtiges Tun
manische Selbstherrlichkeiten
böse Absichten hinter Stirnen
wahrheitslose Lehren
glanzvolles Zurschaustellen
triebiges Sinnen

erblicke mit Klarheit
einen Raum endloser Leere.



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Unzufriedenheit


Nach mehr und mehr
schreit die Unzufriedenheit,
will immer mehr
und ist nicht bereit,
sich zu begnügen
mit Vorhandenem der Zeit.

Wohin sie auch geht,
ruft sie nach Glück,
nach mehr und mehr,
geht vor und zurück
in unzufriedener Starre
des Weges - Stück für Stück.

Nach mehr und mehr
ruft die Unzufriedenheit,
will immer mehr,
ewig auf der Wanderschaft
im großen Menschenmeer.


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Floskeln des Alltags


"Schau mal vorbei.
Einfach so,
einfach irgendwann!".
Abschiedsworte einer flüchtigen
Begegnung.

Die Begegnung kommt eines Tages
und schaut einfach mal vorbei.
Ein verdutztes Gesicht steht
im Türrahmen,
ein anderes davor,
Stammelndes wechselt die Seiten,
Unverständnis füllt den Raum.
Kein Willkommen.

"Na, dann tschüß und entschuldige
bitte mein Kommen!",
sagt die flüchtige Begegnung.
Aus dem Türrahmen dringt ein
unmerklicher Seufzer und die Worte:
"Schau mal wieder vorbei.
Einfach so!"


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Massenmensch


Er läuft und läuft, rennt,
keiner der Masse ihn kennt,
fällt auch nicht besonders auf,
nimmt das Gerangel gern in Kauf.

Braucht nicht selber zu denken,
seine Wege nicht selber lenken,
stellt sich einfach hinten an,
was der vor mir tut - ja, wohlgetan.

So denkt der Mensch der Masse,
bedacht darauf - er nicht lasse
vom gleichen Tun und Wissen,
für ihn - das beste Ruhekissen.

Doch wehe,
wenn sich die Masse verrennt,
der Einzelne sie beim Namen nennt,
von ferne hört man’s Scharengeschrei:
„Ich selber war doch nie dabei!“


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Es lodert


Es glimmt die Zeit,
Schwaden wirbeln turbulent,
rußen durch die Tage,
schleierhaft wird alles Tun.

Führende stochern hilflos in den Gluten,
heiße Funken sprühen
zischend ins Desaster,
erlöschen zu grauer Asche.

Welcher Geist
kann die Schadenfeuer beenden?


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Zerschlagene Werte


( Trend 2012)

Sie purzeln bis zum Horizont,
eilig und unhaltbar,
gläsernen bunten Murmeln gleich,
deren schillernde Oberflächen sichtlich
durch das Verwirrspiel führender Mächte
Risse bekommen, splittern, und polternd
im Kessel der Ohnmacht zerspringen,
einstige achtbare Werte,

die das Leben ehrenhaft prägten,
es einigermaßen in Form hielt.

So purzeln sie weiter.
Beutel, angefüllt mit wertvollen Murmeln,
die sichtbar am Abgrund bereitstehen
zum Sturz ins Verderben
vieler Nationen,

vom Geist der Zeit
abermals zerschlagen.




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Heuchelei


(im weltweiten Alltag)

All die süßen Worte,
das ganze Drumherum,
machen sehr betroffen
und im Inneren stumm.

Süß das Wortgekitzel,
so wie jeder es mag,
um die Gunst zu halten,
Jahr für Jahr, Tag für Tag.

Viele Worte klingen lieblich,
erhöhen so der Menschen Macht,
doch so mancher schaut dahinter,
auf Wahrheitsfindung sehr bedacht.

Langsam bröckelt die Fassade,
Ohrenkitzel gedeiht nicht mehr,
wenden sich vom Weg des Falschen,
kommen zu dem Schluss und der Lehr:

Schöne Worte können blenden,
solang davor die Maske steht,
um das Schlechte zu verbergen,
bewusstes Heucheln - so begeht.


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Trugbilder


Zerbrechlich ist oft alles Tun.

Wie Perlen, die im Traum verschwinden,
steigen Zwielichter aus brodelnden Tiefen,
die den Glimmer einer Welt trüben,
deren süchtiges Streben
Eitelkeiten
fern dem Grad der Bodenhaftung
ins Schattenreich Befangener taucht,

auf bunten Scherben
Würde und Ehre laufen lässt,
und Funken der Einsicht
den Kernschatten nicht
vertreiben können,
um dem Tun
erneute Festigkeit zu geben.




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Bestechung


(weltweiter Trend)

Manch einer möchte erreichen,
was er sich ausgedacht,
doch wenn’s nicht will gelingen,
er's mit Bestechung macht.

Geld, Geschenke, Versprechen
ziehen ihn magisch an,
den Menschen,
der sich lässt blenden,
seine Klarsicht - so vertan.

Stellt sich auf die Stufe,
wo er vorher nie war,
verliert durch die Bestechung
das Rechte - eine Abgrund Gefahr.


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Verworrene Zeit


An Stricken gebunden ziehen
Mengen von Unwahrheiten
den Wagen des Lasters
durchs weite Land
mit
skandalösen Schurkereien
dämonischer Gewalt
und potenter Gier
fast überladen
die inbrünstig im drallen
bleischweren Gepäck
auf ihre tägliche Befreiung lauern

hemmungslos gewillt sind
Massen und Völker zu verführen
Seelen zu erschleichen
um ihr Denken und Tun
zu verblenden
zu martern
Spuren verworrener
unreiner Lippen zu
hinterlassen

Wahrheiten so
unterdrücken können.



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Mangel der Zeit


Wenn Hunger
die Seelen belagert,
sie aus dem Lande treibt,
Lebensnotwendiges verlieren,
die Tiere verenden,
Dürre die Erde versengt,
der Tod den Eltern
ihre verhungerten Kinder nimmt,
das Überleben schwerer wird,
Mächtige versagen,
dann
hat die Zeit ihr Zeichen gesetzt,
eine Prophezeiung von vielen
sich erfüllt.

(Matthäus 24 Verse 7,8).


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Sockelsturz


So manche große Größe
enthüllt nie seine Blöße,
erst wenn der Glanz entschwindet,
die Größe sich in der Blöße windet,
befreit vom äußeren Scheinen,
die Stimmung ist zum Weinen,

der Sockel schwankt,
die Größe gelangt
in einen schwarzen Strudel,
wie im Abflussrohr – die Nudel.



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Scherbenlauf


(weltweiter Zustand)

Wie auf Scherben
laufen Bürger unserer Erde,
beklagen das Schwere des Alltags,
die Trostlosigkeit ihres Seins,
das Unfreie ihres Lebens,

sehen
Rechte in der Ferne entschwinden,
begegnen der Ohnmacht
eine bessere Welt für alle
zu schaffen,

sehen,
wie die Apokalypse
sich um den Globus hangelt,
Spuren der Verwüstung als
Schleppe hinter sich herzieht,
Verheerungen herbei führt,
Seuchen aus Verstecken drängt
und Menschen dem Tod überlässt,

sehen,
wie die himmlischen Reiter
seit langem die Erde erschüttern,
endlose Kriege mit Waffen füttern,
Geistliche entlarven, nackt machen,
ihnen den Schein des Besonderen nehmen,
weltweiten Hunger verbreiten und
Kindern kaum eine Chance
zum Entfalten geben,
die Liebe in Klagekleidern
an Herzen vorbei eilen lassen,
blühenden Hass durchs Land jagen
und unterdrückte Massen
zum Überschäumen bringen,
das Elend der Welt schüren,

die Würde des Menschen
in Gräber schaufelt,
mit Scherben bedeckt.



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Steinewerfer


Seit altersher, da warfen
Menschen Steine und trafen
die, die sie Feinde nannten,
weil sie sich nicht gleich bekannten
oder schwörten nicht den Eid,
in der gnadenlosen Zeit.

Noch bis in unsere Zeiten,
in den steinig‘ wüsten Breiten
geht das Werfen seinen Gang,
hin und her ein Leben lang,
um dem anderen zu zeigen,
dieses Land ist mein Eigen.

Solange noch dort Steine liegen,
Völker sich im Hasse biegen,
sind sie weiterhin bereit
zum Werfen – hinterlassen Leid,
weil‘s Tradition seit altersher,
die Verteidigung und Gegenwehr.



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Zeitgeist


Fein geputzt
steht das Unrecht
mitten in der Welt,
beflügelt von Blicken
ergebener Dienerseelen,
die ihren Mangel
im Geschehen der Zeit
nicht erkennen wollen,
ihrem Denken untersagen
auf Spuren der Wahrhaftigkeit
zu wandeln,
denn dann,
ja, dann
müssten sie sich ändern.

Leichter ist es
dem Bösen zu folgen,
dessen Masse den Globus
gierig zu erobern weiß
im ständigen Bestreben,
das Gute
verstummen zu lassen.


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Gewissenskampf


(Selbstanzeige bei Steuersündern)

Es ruht der Leib
um Mitternacht,
mit ihm auch die Lider,
doch hinter Stirnes Falten
zerren unruhige Gedanken
die Sinne in ein fernes Land,
sehen Verborgenes
in stillen Fächern
bedrohlich
liegen.

Gewissensbisse
erobern die Seele,
Ängste gleiten wild umher,
drängen hin vielleicht
zur Reue,
Geheimes
zu bekennen.

Der Morgen naht,
die Vögel singen,
der Leib erhebt sich
zur Entscheidung.


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Tanz in den Abgrund


(Zeichen der Zeit)

Flotten Schrittes
tanzt der Welten Leben
an Rändern des Abgrunds,
übersieht die grauen Nebelschleier,
aus deren brodelnden Tiefen
getarnte hinterlistige Werfer
geschmückte Bündel voll Übel
in die Kessel des Treibens,
des Glanzes werfen,

überhört das Trommelgewitter,
das das Spektakel begleitet
und kraftvolle Positionen
zum Paukenschlag
erhoben werden,
das unbeschwerte Jetzt
an die Grenze seiner
Möglichkeiten stellt
und letzte Versuche an der
kränkelnden Vernunft scheitern,

das erforschte Wissen mit dem
erkannten Machbaren zu vereinen,
den Besorgnissen des Alltags
wirkungsvoll entgegen zu treten,
das vorhandene erlernte Können
in all seinen Facetten zu meistern,
das Wollen aus dem Schlummer
des Verborgenen zu erwecken und
die Gier in seiner Blüte zu drosseln,
den Tanz vor dem Abgrund zu beenden.


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Der Zeiten Last


Über Gräber
eilen Zeiten
schleppen
Grauen
huckepack
irren ungestüm
im Meer der Waffen
dem lauernden Tod
voll Angst entgegen

vorbei an Werken
Unverbesserlicher
Finanzspekulanten
Wirtschaftsgieriger
Kriegsverherrlicher
Umweltverseucher
Menschenverachter
Verleumder
Betrüger
Quäler
Mörder

Zeiten drängen weiter
durch die Gegenwart
sehen die Übel im Detail
und Völker machtlos im
Alltäglichen kauern

Fesseln einer
tragischen Last.


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