29 Gedichte zum Schmunzeln über allerlei andere Tiere




Schwalbenruhe Neu


Auf langer Leine saßen Schwalben,
ruhten gemütlich vor sich hin,
schöne Momente für die Alben,
Betrachter hatte eins im Sinn,

Bilderreigen stattlicher Vöglein,
posierten von vorn und Seite,
äugten anmutig zur Linse rein,
flohen blitzschnell dann ins Weite.



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Schmetterlingsruhe Neu


Eine Schönheit kommt geflogen,
öffnet galant ihr Flügelkleid,
Sonnenhelle scheint hernieder,
es ist Mittag und Frühlingszeit.



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Winterschafe Neu


Nebel staut sich in der Ferne,
schneebedeckt der Wiesengrund,
wollig' Schafe grasen friedlich
in der frühen Morgenstund.

Schauen hin zu dem Betrachter,
schreiten über Schnee und Eis,
kommen ruhig immer näher,
stehen still im kalten Weiß.



© Foto Anoushka Jonker


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Elsternpaar Neu


Ein Vogelpaar saß hoch im Baum
im leuchtenden Abendschein,
genoss die friedliche Stille
im vertrauten Zusammensein.

Himmelsleuchten in den Wolken,
liebend schauten Vögel umher,
weilten auf schon kahlen Ästen,
herbstlich Buntes war nicht mehr.

Flogen plötzlich in die Ferne,
mit welchem Ziel weiß man nicht,
plauderten mit leisem Krächzen
ins nahende Dämmerlicht.



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Schneckenschmaus


Es kroch mal eine Schnecke
im Gras unter die Decke,
ein Igelmann kam herbei,
kugelte und war dabei
als die Dame lauthals schrie:
„Weg, du rundes Stachelvieh!“.

Dieses rannte flink weiter,
schob sich munter und heiter
unter die bunte Decke
zu der einsamen Schnecke,
aß genüsslich die Beute,
des Igels Mahlzeit heute.



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Angsthasen


Ängstliche Hasen
nennt man Angsthasen,
wenn sie als Hase zu Ostern
den Osterhasen spielen sollen,
aber Angst davor haben,
keine Haseneier legen zu können,
und Forderungen der Menschen ihre Ängste
als Symbolhase noch zunehmend steigern,
nur damit Kinderchen vom sogenannten Osterhasen
in künstlichen Hasennestern buntbemalte Eier
zur hasenbeseelten Osterzeit entdecken dürfen,
so den Glauben an eierlegende Hasen sichtbar bestärken.

Daher lassen sie sich lieber als Angsthasen betiteln,
als Ostern unfähig und voller Angst Eier legen zu müssen,
die der Hasenart nicht entsprechen und für
ihre kleinen Hasenkinder kein Vorbild wären,
da diese keine Eier im Hasennest kennen.



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Igelrettung


Es formte sich ein Igel
zu einem Stachelrund,
das sah die kleine Katze
und auch der große Hund.

Kätzchen schlich sich näher,
der Hund tat es ihm gleich,
beide sahn ihn rollen,
den Igel in den Teich.

Dieser schwamm vergnüglich
zu einem Entennest,
deutlich wurd's Gezeter,
dem Igel blieb ein Rest
von Stacheln, die trieben
alleine hin zum Wehr,
auch der nackte Igel,
Hund und Katze hinterher,
wild durch hohe Gräser,
der Hund sprang helfend rein,
schnappte sich das Wesen,
das war nun zart und fein,
paddelte ans Ufer,
Katze miaute laut,
alle war'n sich einig,
Tierliebe doch hinhaut.



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Milchrutschtbahn


Atem dampft aus den Lüstern,
hinter ihnen schwere Last,
Bauer zügelt die Pferde
und das alles ohne Hast.

So stampfen viele Beine,
mühen sich durch neuen Schnee,
im Rhythmus klappern Kannen,
dann der Ruf: „Ojemine!“.

Ein Baum liegt auf dem Wege,
die Tiere bäumen sich auf,
vom Wagen kippen Kannen,
die Mich beginnt ihren Lauf,
gefriert an Ort und Stelle,
Kinder kommen gerannt,
schlittern auf eisiger Milchbahn
und sind außer Rand und Band.

Der Bauer sucht die Peitsche
hinter seinem Kutscherbock
und in diesem Momente
nimmt ein Junge einen Stock,
scheucht die Pferde von dannen,
die stürmen auf und davon,
der Bauer schaut verzweifelt,
kriegt vor Schreck heraus kein Ton.

Am andren Morgen schleichen
die Kinder zum Hofe hin,
helfen freudig beim Melken,
wieder gut des Bauers Sinn.



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Tierische Eifersucht


Kater Leo liebte den Stier,
beleckte ihn von drei bis vier
jeden Montag hinten im Stall,
nur zur Nachtzeit auf jeden Fall,
denn am Tage sah es die Kuh,
schielte zum Stier Fred immerzu,
dieser hatte von Anbeginn
mit der Kuh Liese nichts im Sinn,
hatte doch stets sein Vergnügen
wöchentlich am Rücken liegen.

Luise kränkte das so sehr,
brüllte die ganze Nacht umher,
bis die Bäuerin kam und sah,
was das Problem im Stalle war,

der Kater leckte gerade das Ohr,
als er den Halt vor Schreck verlor,
durch's Licht der hellen Laterne,
entfloh panisch in die Ferne,
kam zum Stier auch nie mehr zurück,
der Kuh Liese ihr großes Glück.



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Pferdemagie


Durch die Mähne
streicht der Wind
läßt das Wilde leben
Freiheit in des Landes Weite
in den Augen tief Magie

Sanftes Wesen voller Stärke
Eleganz bei jedem Schritt
weiches Fell
graziöse Formen
treue Seele
Menschen Glück.



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Vorsicht Wild


Durch den Asphalt drängt sich Leben,
strotzt vor Kraft, und gleich daneben
krabbelt herbei ein Käferlein,
das balde ist nicht mehr allein,

ein großer Käfer mit Geweih
kommt sehr vergnüglich gleich herbei,
stellt sich vor als Hirschkäfermann
rückt wild an das Käferlein ran,
zeigt dabei auf das runde Schild
mit großer Aufschrift „Vorsicht Wild“,
will damit ihm einfach sagen,
pass gut auf in diesen Tagen,

sogleich schaut dieser hoch empor,
ist erschrocken wie nie zuvor,
sieht darauf ein schwarzes Geweih,
ruft verängstigt: „Oh,wei-oh,wei!“,
rennt davon von dieser Stelle,
ganz weit weg auf alle Fälle,

seither weiß der Hirschkäfermann,
fang nichts mit andren Käfern an.



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Fliegenfang


Die Fliege sitzt dort an der Wand
drum halt' ich drohend meine Hand,
doch diese Fliege sich nicht rührt,
bleibt weiter sitzen ungeniert.

Aber gleich wird es geschehen,
soll mir diesmal nicht entgehen,
nehm' die Klatsche für die Fliege,
in der Hoffnung, ich sie kriege.

Doch dieses kleine Fliegentier
hat ihren Spaß und ihr Plaisier,
fliegt gelassen einfach hinfort,
hin an einen anderen Ort.

Das ist die Geschicht' der Fliege
die ich einfach so nicht kriege.



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Maikäfertraum


Es krabbelte vergnüglich
ein Käfer durch den Mai,
wollte was erleben,
schaute beim Juni vorbei,

dort fand er sein Begehren,
die Junikäfer Frau,
war voller Bestreben,
vollzog die Maikäfer Schau,

hob das Bein ganz vorne rechts,
zeigte Zickzack Seiten,
fächerte mit Fühlern,
begann vornehm zu schreiten.

Fremd erschien's der Käferin,
flog sogleich von dannen,
traurig sah der Tänzer
wie die Träume zerrannen,

eilig flog auch er zurück,
zum Wonnemonat Mai,
suchte ihn vergebens,
der war schon lange vorbei.



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Rattenliebe


Der Gatte
einer Ratte
saß auf einer Matte
und hatte
sich eingehüllt mit Watte
denn eine Latte
neben der Matte
erschlug seine Ratte
die der Gatte
sich ausgesucht hatte

seither sitzt der Gatte
ängstlich vor der Latte
allein auf der Matte
und trauert als Gatte
um seine geliebte Ratte
die er mal hatte.



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Regenwurmleben


Ein Würmchen eilig kam gekrochen,
hörte den Vogel oben pochen,
so – als wäre
es Regen.

Dachte bei sich in dunkler Erde,
ich bleibe lieber hier und werde
nicht noch des
Vogels Beute.

Ein junger Wurm an seiner Seite,
verstand sofort – suchte das Weite,
und lernte für
das Leben.

Ein andrer wand sich mutig voran,
und wollte erst lernen irgendwann,
mal später in
den Jahren.

Drängte hinauf ganz ohne Mühe,
reichlich umsandet in der Frühe,
den Vogel es
nicht störte.

Dieser pickte und flog von dannen,
verspeiste ihn in hohen Tannen,
den dummen Wurm
bei Regen.



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Froschsprung


Fröschlein
springt im Bogen
aus seinem Element
sieht vergnüglich liegen
ein Wesen ohne Hemd

Fröschlein
denkt sich im Stillen
was ist nur mit den Leuten
die sich an den Wassern
wie Ringelnattern häuten

Fröschlein
sehr verwundert
ihm sowas nicht gefällt
springt daher schweigend
zurück in seine Welt.



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Susi Mück


Die Mücke Susi
suchte ‘nen Mann
wollte vermählen
sich irgendwann

nur fand sie nie
das gute Stück
blieb Single drum
die Susi Mück.

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Verliebte Raupe


Es liebte mal'ne Raupe
einen schönen Vogelherrn,
wollte ihm deutlich zeigen,
daß hatte sie ihn so gern.

Ließ sich von ihm verspeisen,
gelangte dann in den Schlund,
von da aus in den Magen,
machte hier die Liebe kund.

Flattert seither wild umher
als Liebe im Vogelbauch,
wurde hier zum Schmetterling,
nun liebt der Vogel sie auch.


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Glücksschweine


Wir sind die Neujahrsschweine
und sollen im nächsten Jahr
das Glück den Menschen bringen
persönlich ins Haus sogar.

Wie soll's aber geschehen
wo finden wir denn das Glück
wie sollen wir's denn greifen
im Ganzen oder per Stück?

Das konnt' uns keiner sagen
verlangens zur Jahreswend'
so einfach von uns Schweinen
haben Pfoten - keine Händ'.

Und wenn wir eines Tages
zur Schlachtbank müssen gehen
verstummen Menschenherzen
wir Schweine
haben's Glück nie gesehen.


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Glockenwurm


Hoch oben in dem Kirchenturm
ängstigte sich ein Regenwurm
im Schnabel einer Krähe,
die lebte in der Nähe
und hatte stets nur im Visier
im Erdbereich das Wurmgetier.

Vor einiger Zeit war's geschehen,
Krähe hatte den Wurm gesehen,
pickte ihn und verschwand sogleich
im den oberen Glockenbereich,
um ihre Jungen anzulocken,
doch da fingen an die Glocken;
die Krähe kriegte einen Schreck,
der arme Wurm der fiel ihr weg,
landete so im hohen Gras
und war geplättet - ohne Spaß!

Mit der Zeit verging der Schmerz,
und wieder kam ein neuer März,
und wieder lebte die Krähe
in des Glockenturmes Nähe.

Hatte erneut den alten Wurm
im Schnabel und saß im hohen Turm,
als wieder anfing das Gebimmel,
beide schauten hoch zum Himmel,
das Wurmgetier gedachte der Pein,
kringelte sich im Schnabel ein,
um dem Absturz zu entkommen.

Der Krähe wurde plötzlich schlecht,
dem Regenwurm war das nur recht,
denn dieser Schnabel tat sich auf,
das Schicksal nahm nun seinen Lauf,
in die Tiefe ging die Reise,
in gewohnter alter Weise,
und wieder landete der Wurm
im hohen Grase unterm Turm.


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Heringsliebe in der Nordsee


Ein Hering war am schwärmen
von seinem großen Schwarm,
im großen, großen Meere,
vom Hering mit viel Charme.

Er hatte glänzend' Augen
und einen gold'nen Schwanz,
die Schuppen rötlich silbern,
die Kiemen hell im Glanz.

Der Hering sucht seit Jahren
nach seiner Heringsfrau,
zieht durch Nordseewellen,
wurd' ledern, grünlichgrau.

Man nennt ihn "Heringsalten",
verknallt in einen Fisch,
der längst schon wurd' gefangen,
gegessen an 'nem Tisch.

Wird's Schwärmen niemals lassen,
sein Herz ist voll der Lieb',
so sieht man ihn seit Jahren,
alt und im Liebestrieb.



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Mückenlied


Ich liege im Bett - so auf der Seite,
eine Mücke landet in voller Breite
auf meinem Ohr,
surrt innig mir das Mückenlied,
bevor sie stechend mich verläßt.

Ich liege im Bett - so auf dem Rücken,
eine Mücke krabbelt voll Entzücken
hinunter zum Bauch,
surrt innig mir das Mückenlied,
bevor sie stechend mich verläßt.

Ich liege im Bett - und warte
erneut auf das Mückenlied,
das Biest sich scheut
mich zu befallen,
sieht von weitem
der Hände Krallen,
flüchtet sich nach nebenan,
auf die Nase vom
schnarchenden Ehemann.

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Steinforelle


Es schwimmt eine Forelle,
kommt kaum von der Stelle,
sieht wie andere springen,
ihr will es nicht gelingen,
schluckte früher einen Stein,
als sie jung war und noch klein,
seither liegt er schwer im Magen,
kann keine große Sprünge wagen,
sagt dann andern - die sie sehen:
"Ich bin schon wieder mal in Wehen!"

So ergeht es dieser Forelle,
kommt kaum von der Stelle.

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Ameisenreise


Es schlich sich leise
eine Mann-Ameise
auf seine Weise
durch Schnee und Eise
zur Frau-Ameise
die ärgerlicherweise
am anderen Ende vom Eise
wohnte - neben dem Gleise.

Trotz Gefahrenhinweise
fortsetzte er seine Reise
zum Beweise
er könne in Schnee und Eise
laden zur Hochzeitsreise.

Stöhnte laut und mal leise
der verliebte Mann-Ameise
sah dann erstaunlicherweise
in der Ferne die Frau-Ameise
bat rufend in freundlicher Weise
um Begleitung zur Hochzeitsreise.

Sie stand neben dem Gleise
und seufzte ganz leise
zum Beweise
ihrer Liebe.

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Entenmann


Ein alter Mann mit Tüte,
was ist da wohl drin?
Natürlich Entenfutter,
so geht die Zeit dahin!

Enten kommen geflogen,
gewatschelt und gerannt,
schnattern laut und kräftig,
Mann hat Brot in der Hand.

Möwen fliegen schneidig,
gierig frech im Sturz,
auf die Krümel nieder,
picken - bleiben nur kurz.

Ein Hund kommt angelaufen,
bellend - mit Wedelschwanz,
freut sich mit den Enten,
nur weiß man's nicht so ganz.


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Wasserstelle


Einen Tag im Garten
können Tiere kaum erwarten,
gehen gern zu Nachbarn hin,
haben dabei Bestimmtes im Sinn.

Da stehen Schalen und Teller,
und wenn die Sonn' wird heller,
werden die Spatzen munter,
fliegen zum Morgenbad runter.

Abends, wenn die Sonne sinkt,
so manch' andrer Wasser trinkt,
auch Nachbars Hund kennt die Stelle,
kommt vorbei auf die Schnelle.

Die Katzen warten im Versteck,
bis frei die Bahn, und alle weg,
schleichen durstig sich heran,
Vögel schlafen - Tagewerk getan.


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Hasenliebe


Ein Hase sitzt im Grase,
denkt an die alte Geschicht',
als war er noch ein Häschen,
schlank und weniger Gewicht.

Da gab's die Hasenliebe,
die mit dem rundlichen Stert,
die mit den lust'gen Ohren,
die war eine Reise wert.

Er hoppelte durch Wälder,
durch Sträucher und hohes Gras,
fiel dabei auch ins Wasser
wurde zausig, pitschenaß.

Von weitem sah er sitzen
die Liebe vor'm Hasenbau,
nur diese wollt' er haben,
zu seiner einzigen Frau.

Sie grüßte ihn von vorne,
zeigte ihren dicken Stert.
Ja, das waren noch Zeiten,
und auch eine Reise wert!


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Spinnenbeute


Die Spinne spinnt vorm Fenster,
spinnt so vor sich hin,
sie war noch gar nicht fertig,
da war'ne Fliege drin.

Die Spinne spinnt noch weiter
das Spinnennetz mit Müh',
es kommen weitere Fliegen,
schon dreie - bis zur Früh'.

Die Spinne breitet die Beine
um der Gefangenen Leib,
verspeist die dummen Fliegen,
und keine tut ihr leid.


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Es war einmal


Es war einmal ein Geier,
der spielte auf der Leier,


es war einmal ein Uhu,
der schaute immer zuhu.


Es war einmal ein Käfer im Mai,
der saß auf einem Kuckucksei,
es war einmal ein Specht,
dem war das gar nicht recht.


Es war einmal eine Ziege,
lag meckernd in der Wiege,
es war einmal ein Pferd im Stall,
auf dem sang die Nachtigall.


Es war einmal eine alte Ratte,
die noch nie ein Männchen hatte,
es war einmal ein Pudel,
der aß so gerne Strudel.

Es war einmal eine Giraffe,
die klaute dem Wärter die Waffe,
es war einmal ein Stachelschwein,
das wollte nicht mehr stachelig sein.


Es war einmal ein müdes Gnu,
das mußte gähnen immerzu,
es war einmal eine Grille,
die zirpste nur mit Brille.


Es war einmal ein Bernhardiner,
der aß am Tisch mit einem Wiener,
es war einmal eine grüne Kröte,
die hörte gerne Bach mit Flöte.


So ginge es immer weiter,
auf der Fantasia-Leiter.