18 satirische Gedichte über Weihnachten

(aufklärende Weihnachtsgeschichten unter Märchen)



Absage an den Nikolaus Neu


Ein Mädlein wollte sich wagen,
dem Nikolaus was zu sagen,
stand althergebracht schon vor ihr
und daneben ein Katertier.

Die Kleine machte sich bereit,
kam leider aber nicht sehr weit,
der Kater sprang ans kleine Bein,
sie fiel hin und fing an zu schrein.

Der große Mann griff zur Rute,
machte dabei bös' die Schnute,
als das Kind nach oben schaute,
es sich vor den Blicken graute,
gab mit Zeichen zu verstehen,
dieser Fall war ein Versehen,
sah den Kater unter dem Stuhl
und den Opa grinsen cool,
dieser sagte es allen nun:
„Hier gibt es nicht mehr viel zu tun,
das wollte das Mädl wagen,
es ins Gesicht dir auch sagen,
sie weiß, dass es nur Brauchtum ist
und du der Nachbar Anton bist.

Traurig verschwand der Nikolaus,
kam niemals mehr in dieses Haus.


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Ein Weihnachtsmann erklärt sich Neu


Es war einmal ein Weihnachtsmann,
kam ohne Bart bei Kindern an,
wollte sich nicht mehr verstecken
wie im Karneval die Jecken,
nur die Brille hing auf der Nas',
die er nie und nimmer vergas,
so sahen Kinder sein Gesicht
beim Berichten seiner Geschicht'.

Spannungsreich er heute klärte,
warum er sei der Begehrte,
der zu Weihnachtsbräuchen käme
und sich deshalb Zeit nun nähme,
um den Kinderlein zu sagen,
dass das Fest in diesen Tagen
offen lässt so manche Fragen.

Platzierte sich vorm Weihnachtsbaum,
es glitzerte im ganzen Raum,
lies den schmalen Sack herunter,
Groß und Kleine wurden munter,
nahm heraus ein großes Schild,
wies mit dem Finger auf das Bild,
sprach zu ihnen im dunklen Ton:
„Hört gut zu! Wusstet ihr schon,
so ich aussah als es begann
mit Verkleidung zum Weihnachtsmann,
sollte ihn für Jahre spielen,
weltweit einer von den Vielen“.

Nun wisst ihr Racker auch Bescheid,
bin der Onkel aus Wattenscheid.


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Adventskranz Neu


Angebrannt und ausgebrannt
stehen sie im Kreise,
von der Spieluhr man sie hört,
Engelsstimmen leise.

Schleifen, Nüsse, Tannenduft,
Kerzen sieht man schwinden,
Oma bangt im Flammenschein
um des Kranzes Rinden.

Auf das Leinen Wachs schon tropft,
so war's doch nicht gedacht,
Gezeter füllt die Runde,
dann erlöscht die Pracht.

So geht Advent zur Neige
und auch der Heidenbrauch,
beräuchert wird das Zimmer
und die kleinen Kinder auch.


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Weihnachtliche Bedenken Neu


Durch die Straßen schritt ein Alter,
er war Müller und hieß Walter,
seine Kleidung, die war voll Mehl,
kein Mensch im Dorf schaute scheel,
hatten keinen Weihnachtsmann mehr,
die Stelle blieb schon lange leer,
der Müller spielte diesen Mann
mit weißem Sack und Klompen an,
um die Kindlein zu bescheren
und zu stillen das Begehren
zum sogenannten Christenfest,
in Wirklichkeit rein heidnisch ist.

So mancher stöhnt zu dieser Zeit,
flieht hinweg und das recht weit,
wollen so dem Trubel entgehn,
sie Traditionen anders sehn,
schaffen Neue auf ihre Art,
das ist der Trend der Gegenwart.



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Christkindlmarkt


In der Höhe weilt ein Wesen,
hold gelockt mit blondem Haar,
goldne Flügel stehn erhaben,
Segen empfängt die Menschenschar.

Drunter jubelt laut die Menge
im heilig' Traditionenschein,
Buden glitzern, Düfte ziehen,
alles soll fein und christlich sein.

Lametta hängt im Lichterglanz,
von oben tönt ein Engelschor,
roter Wein erglüht die Wangen,
Gedränge wie das Jahr zuvor.

Krippen, Kugeln und Girlanden,
Kunstfiguren aus Holz und Stein,
Glocken läuten her vom Dome,
alles fürs Kind, dem Jesulein.

Doch der Junge ist erwachsen,
sieht vom Himmel auf's ganze Land,
lässt sie aber fröhlich feiern,
bis er streckt – die göttlich' Hand.

Heidentum schmückt hell die Märkte,
erfreuen Menschen in der Zeit,
aber mancher schaut dahinter,
denkt lieber an des SOHNES Leid.



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Es weihnachtet schon sehr!


Schon im September kann man lesen,
der Weihnachtsmann sei hier gewesen,
in Regalen stehen still und stumm
aus Schokolade Figuren rum,
am Eingang wackelt ein Mann mit Bart,
sehr elektrisch mit Rute in Gegenwart
von einem reichlich gefüllten Sack,
einen anderen trägt er huckepack.

Nicht weit davon hängt ein großer Stern,
ach ja, Weihnachten ist nicht mehr fern,
hört man schon des öfteren sagen,
Kinder quengeln mit vielen Fragen,
Lebkuchen stehn in den Regalen,
Näschereien in bunten Schalen,
Marzipane eckig oder auch runde,
es speichelt manchen schon im Munde.

Man geht weiter und sieht ganz in weiß
ein Christkind stehn, das spricht lieb und leis:
„Schauen sie an nur diese Sorten,
können sie gern zu Hause horten,
falls im Dezember sie alle sind,
dann kommen sie wieder, ihr Christkind!“.

Es ist September und recht milde,
Kunden sind nun genau im Bilde,
noch folgen Monate bis dahin,
haben Weihnachten wenig im Sinn,
so bleiben die Bräuche Jahr für Jahr
und mehren sich in der Welt sogar,
doch sollte man auch überlegen,
warum der Aufwand und weswegen?



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Förster spielte Weihnachtsmann


Es dachte einst ein Weihnachtsmann,
ich zieh' mich mal als Förster an,
bring den Kindern meine Gaben,
die sie in der Stadt nicht haben,
füllte gleich in seinem Revier
rötliche Säcke aus Papier
mit kalter frischer Waldesluft,
vermischt mit feinem Tannenduft,
verschnürte sie mit grünem Band
und zog mit Gaul durchs weite Land,
hin zur Stadt ganz in die Mitte,
wo es gab nach alter Sitte
Glockenspiel und laut Gesang,
doch überall es mächtig stank.

Tüten häuften sich in Gassen,
Leute konnten es nicht fassen,
sahen all die Beutel liegen,
wer denn sollte diese kriegen?

So fragten erstaunt die Leute,
trafen eine Kindermeute,
wie sie zog an all den Schleifen,
quietschend hielten Autoreifen,
andre schielten hin beim Gehen,
wollten das Spektakel sehen.

Des Försters Stimme wurde laut:
„Kommt all herbei wenn ihr euch traut,
hebt eure Nasen hoch empor,
die Luft ist rein wie zuvor,
brachte euch zum Jahresfeste
aus dem Wald das Allerbeste!“.

Tannendüfte schwebten umher,
den Gestank roch keiner mehr,
Jubel für den Förster begann,
vergessen war der Weihnachtsmann.



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Stiefelmaus


Im Stiefel saß mal eine Maus,
es war der vom Nikolaus.
Dieser wollte bald bescheren
stillen Kinderleins Begehren.

So hob er an das große Bein,
stieg vergnügt zum Stiefel rein,
doch plötzlich hörte man den Schrei,
er rief ganz laut: „Oh wei, oh wei!
Da krabbelt was in meinem Schuh
und piepst erbärmlich immerzu!“.

Der Alte wurde sehr verstört,
hat solche Töne nie gehört,
zog schnell heraus das alte Bein,
und schwups, die Maus gleich hinterdrein,
sah den Sack dort stehn im Eck,
sprang empor ins neue Versteck.

Sehr verdattert zog der Mann
nun wieder seinen Stiefel an,
hob den Sack auf seinen Rücken,
um die Kindlein zu beglücken,
hörte just in dem Moment,
daß was piepste hinterm Hemd:
„Jetzt ist die Maus sogar im Sack,
oder‘ ne andre von dem Pack!“.
Drehte sich beständig wilder,
rief voll Not nach seiner Hilda:
„Hilf mir bitte, gutes Weib,
es krabbelt mich am ganzen Leib!“.

Es spaßte sehr dem kleinen Tier,
bald war es dort, bald war es hier,
saß überm Gürtel vorn am Bauch,
und hielt am Schenkel fest sich auch,
schlich ganz leise an das Ohr,
war vergnügt wie nie zuvor,
knabberte noch flink am Barte.
Man hörte schrill die Worte: „Warte!
Das ist des Nachbarn weiße Maus,
hab keine Angst mein Nikolaus.
Ja, das ist sie ganz genau!“,
rief entsetzt die gute Frau.
Er, erstarrt und voller Schreck,
rief erbost: „Nimm‘s Biest bloß weg!“.
Doch dieses lief von ganz alleine
mit Elan entlang dem Beine,
plumpste in den großen Schuh,
der Niklaus sah verzweifelt zu.

Wieder plagte ihn die Pein,
rief erschüttert: „Sie ist hinein
jetzt in meinen roten Socken,
wer wagt es, sie rauszulocken!“.
Nachbar Hugo mit schnellem Schritt,
ergriff die Maus und nahm sie mit.
Gejammer drang nun aus dem Haus,
es war die Angst vom Nikolaus.



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Des Katers Rache


Es lag ein Kater auf der Lauer,
geduldig schnurrend, um genauer
den Mann zu sehen, der ins Haus
gekommen war als Nikolaus.

Der Kater schlich sich hinterdrein,
und schmuste an des Niklas Bein,
erkannte nun den alten Mann,
es war der Herr von nebenan.

Dieser haßte Katzentiere,
stand am Abend immer schmiere,
um die Katzen zu beschmeißen
mit dicken Steinen - so ganz heißen.

Der Kater begriff den Augenblick,
machte kehrt und schaute zurück,
besprang den Alten im roten Rock,
der drohend hielt den Rutenstock.

All die Leute erschreckten sehr,
der kleine Peter schrie noch mehr,
das Tier sprang an den weißen Bart,
riß ihn runter in Gegenwart
von all den vielen Leuten,
die sich des Tages erfreuten,
sahen jetzt den Nachbarsmann,
der keine Katzen leiden kann.

Der kleine Peter rief ganz laut:
"Das ist der Mann, der Katzen haut!"
Seitdem kam nie mehr in das Haus
der Nachbarsmann - als Nikolaus.


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Weihnachtliche Erkenntnis


Es weihnachtlichte schon lange
in der Stadt und auf dem Land,
Girlanden, Lichter, Lametta,
überall man diese fand.

Es fragte sich daher einmal
ein Mann nach dessen Sinn,
forschte und musste entdecken,
für die Wirtschaft ist's ein Gewinn.

Tag der Wintersonnenwende
wurde als Geburtstag bestimmt,
von Gottes Sohn Jesus Christus,
man es als Wahrheit annimmt.

Doch nirgends steht es geschrieben,
auch nicht im biblischen Bericht,
Datum ist heidnisch, gelogen,
der Mann konnt' begreifen es nicht.



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Benno und die Tante


Es stand ein schöner Weihnachtsbaum
in der Ecke im großen Raum,
und "Benno" der Familienhund
wurd' unruhiger von Stund zu Stund,
denn es sollte kommen die Tante,
Ottilie, eine enge Verwandte,
die den Hund noch nie mochte,
und beim Anblick schon fast kochte.

Plötzlich ging die Türe auf,
das Drama nahm nun seinen Lauf,
die Tante schrie in hohen Tönen,
fing hysterisch an zu stöhnen,
weil sie Benno sah, den Hund,
zu der weihnachtlichen Stund'.

Dieser hatte es vernommen,
daß die Tante war gekommen,
schlich sich zu dem Weihnachtsbaum,
denn nun wurde wahr sein Traum,
riß herab sich dann Lametta,
Benno wurde immer netter,
brachte es der Tante zur Ehr,
stieß natürlich auf Gegenwehr.

Dieses wurde ihm jetzt zu bunt,
machte sich durch Bellen kund,
ließ die Tante rückwärts gehen,
sie wurde im Haus nie mehr gesehen.


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Weihnachtsfloh


Im weißen Barte saß ein Floh,
darüber war der Mann nicht froh,
denn dieser sprang ganz wild umher,
zur Weihnachtszeit mehr und mehr,
weil er so sehr sich freute,
auf all die fremden Leute,
nur zu den lieben Kinderlein,
sprang er nicht im Kerzenschein.
Da Flöhe sie nicht kannten,
blieb er bei großen Verwandten,
zwickte hier und zwickte dort,
biß und hüpfte immerfort,
sah dann den Familienhund
zu der weihnachtlichen Stund',
ließ sich auf ihn fallen,
der zeigte ihm die Krallen,
das störte aber nicht den Floh,
liebte das Fremde und war froh.


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Begehrlichkeiten


Im Apfel saß verträumt ein Wurm
und hing am Tannenbaume,
wünschte sich von Herzen sehr,
zu weilen in einer Pflaume.

Bello schielte schon seit Tagen
begehrlich hoch zum Stern,
der war aus Zimt und strahlte,
hätte ihn zum Fressen gern.


Pummel, die dicke Katze,
liebte den Lebkuchenmann,
saß auf dem Schrank daneben
und kam nicht an ihn ran.

Der Wurm verließ den Apfel,
schaute freudevoll umher,
sah all die schönen Dinge,
begehrte auch sie so sehr.

Plötzlich knurrte Bello,
hörte des Wurmes Fraß,
auch Pummel laut miaute,
recht sorgenvoll sie saß.

Den Wurm all das nicht störte,
knabberte hin zum Stern,
vergnügte sich im Baume,
vom Lebkuchen nicht mehr fern.

Eifersüchtig sprang Pummel,
ergriff den Lebkuchenmann,
der Hund sein Zimtesternchen,
alles zu wackeln begann.

Der Wurm flog auf den Teller,
fühlte sich wie im Traum,
landete im Berg von Früchten,
dicht neben einer Pflaum‘.


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Tücken der Zeit


Es war einmal ein Weihnachtsmann,
der hatte keine Schuhe an,
bekam darum kalte Zehen
durch nasse Socken beim Gehen.

Es war einmal ein Nikolaus,
der hatte Angst vor einer Maus,
konnte daher auch nichts bringen,
Kinder brauchten auch nicht singen.

Es war einmal ein Hasenkind,
das flüchtete sogleich geschwind,
wenn es nur sah den Mann mit Sack,
gebückt trug er ihn huckepack.

Es war einmal ein Tannenbaum,
der hatte Tannennadeln kaum,
ließ die Nadeln fallen immer,
weil er wollte nicht ins Zimmer.

Es war einmal 'ne alte Maus,
spielte für Mäuse Nikolaus,
brachte fetten Speck als Gaben,
neidisch schauten zu die Raben.

So ginge weiter diese Mär,
sicher wissen die Kinder mehr.

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Nussknackers Ende


Ein Nussknacker
knackte solange Nüsse
bis er sich an einer
harten Nuss
die Zähne ausbiss

seither spreizt er
nur seinen Mund
gähnt in die Zeit.



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Begebenheiten


Es war mal eine Tanne,
die bekam ‘nen Schreck,
drum fielen alle Nadeln
vom Bäumlein hinweg.

Es war einmal ein Peter,
der spielte den Weihnachtsmann,
traf unterwegs Janette,
kam bei den Kindern nie an.

Es war einmal ein Hündchen,
das liebte den Tannenbaum,
fraß Süßes von ihm innen,
von außen sah man‘s kaum.

Es war einmal ein Nikolaus,
der nahm mit keine Rute,
denn er liebte Kinderlein,
sah daher nur das Gute.

Es war einmal.........


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Warum die Rute?


Liebe Kinder laßt euch sagen,
ein Mann kehrt ein in diesen Tagen
zu euch in das traute Heim,
geht ihm doch nicht auf den Leim,
denn er schleicht seit vielen Jahren
zu den nachbarlichen Scharen,
um die Kindlein zu beglücken,
trägt'nen Sack auf seinem Rücken,
will mit Gaben euch nur locken,
macht euch daher auf die Socken,
denn es ist der Nachbarsmann,
der keine Kinder leiden kann.

Mit Sack und Rute in der Hand
zieht er durch das ganze Land,
sucht nach bösen Kinderlein,
laßt ihn nie zu euch hinein,
will euch nur versohlen,
es ist der Nachbar Bohlen.

Liebe Kinder laßt euch sagen,
keiner darf euch Kinder schlagen,
auch nicht der weihnachtliche Mann,
der keine Kinder leiden kann.



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Weihnachtslüge


Weihnachtlich erstrahlt der Winter,
Feiertag der Sonnenwende,
Götzentum und Heidenkult
reichen sich traut die Hände.

Einig gehen sie im Glanze,
weilen in Kirchen und Stuben,
Kinderaugen leuchten hell
von Mädelein und Buben.

Kirchenleute schüren Lügen,
fördern Brauchtum, Tradition,
preisen Jesus in der Krippe,
doch der lebt lang im Himmel schon.

In der Bibel steht geschrieben,
was wahr und nur rein christlich ist,
nirgends ist der Tag zu finden,
der Geburtstag von Jesus Christ.

Starb für alle, wurd' Erlöser,
sitzt zur Rechten Gottes nun,
wird die Menschen bald befreien,
die treu harren, sein' Willen tun.



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